Was wir erforschen

Im Teilprojekt EEG sollen die Hirnfunktionen bezüglich der Unterscheidung wie auch der Verknüpfung von Gehörtem und Gesehenem untersucht werden. Die Unterscheidungsleistung beschreibt die Fähigkeit, den Unterschied zwischen zwei Informationen, wie Lauten beziehungsweise Bildern, zu erkennen. Die Verknüpfungsleistung beschreibt die Fähigkeit, Informationen aus zwei Sinnen (Sehen und Hören) miteinander zu verbinden. Beim Erlernen von Lesen und Schreiben sind diese Fähigkeiten von großer Bedeutung. Es müssen nicht nur gesprochene Laute beziehungsweise geschriebene Buchstaben unterschieden, sondern diese auch in der Folge zu einer einheitlichen Information zusammengefügt werden. Es ist bekannt, dass diese Fähigkeiten bei Kindern mit Legasthenie unterdurchschnittlich ausgeprägt sind und zu Defiziten im Lesen und Schreiben führen. Dadurch, dass das EEG aufmerksamkeitsunabhängig ist, kann es schon im frühen Kindesalter erhoben werden. Des Weiteren bietet das EEG die Möglichkeit, als diagnostisches Instrument zu dienen. Im Projekt LEGASCREEN soll das EEG erstmalig als Teil eines diagnostischen Verfahrens zum frühzeitigen Erkennen von Legasthenie integriert werden. Der Problematik, dass derzeitige diagnostische Verfahren erst zum Schulbeginn eingesetzt werden können, kann somit aus dem Weg gegangen werden, und eine rechtzeitige Intervention wird möglich.

EEG-Untersuchung eines kleinen Kindes mit seiner Mutter