Was wir messen

Genetik

Legasthenie ist zu einem sehr großen Teil genetisch bedingt. Mittlerweile kennt man auch schon einige der Gene, die für die Entstehung der Legasthenie verantwortlich sind. Dies ist eine Chance, die wir in dem Projekt nutzen wollen: In den Test, den wir entwickeln, sollen Messungen von bekannten Risikogenen mit einfließen. Dadurch glauben wir, besser und vor allem frühzeitiger bestimmen zu können, welches Kind eine Veranlagung für Legasthenie besitzt und entsprechend gefördert werden müsste. Für die genetische Untersuchung wird lediglich eine einfache Speichelprobe benötigt. Diese enthält DNS, das Erbmaterial des Menschen. Aus dieser DNS können Informationen über die Genvarianten gewonnen werden, die das Risiko erhöhen, später eine Legasthenie zu bekommen. Sämtliche Daten werden selbstverständlich anonymisiert und nicht an Dritte weitergegeben. Mehr erfahren

EEG

Kinder mit Legasthenie haben manchmal Schwierigkeiten, ähnlich klingende Laute oder ähnlich aussehende Buchstaben voneinander zu unterscheiden. Hinzu kommt, dass bei der Schriftsprache häufig das, was man hört, mit dem, was man sieht, verknüpft werden muss. Auch hierbei zeigen Kinder mit Legasthenie Probleme. Zusammengenommen äußert sich das in Schwierigkeiten beim Erlernen von Lesen und Schreiben. Bisherige diagnostische Verfahren erlauben es nicht, das Risiko für eine Legasthenie frühzeitig zu erkennen, da sie eine hohe Aufmerksamkeitsspanne des Kindes verlangen. Die Elektroenzephalographie, oder kurz EEG, bietet die Möglichkeit, aufmerksamkeitsunabhängig schon im frühen Kindesalter Hinweise auf ein möglicherweise bestehendes Legasthenierisiko zu geben. Das Projekt LEGASCREEN hat sich zum Ziel gesetzt, unter Zuhilfenahme des EEG letztlich ein diagnostisches Verfahren zur frühen Risikoerkennung von Legasthenie zu entwickeln. Mehr erfahren

MRT

Während Kinder wachsen und sich entwickeln, reift und entwickelt sich gleichzeitig ihr Gehirn. In unserer Studie zur Lese-Rechtschreibstörung möchten wir die Ausbildung des Schriftspracherwerbs bei Kindern auch im Zusammenhang mit dieser gleichzeitig einhergehenden Hirnreifung untersuchen. Uns interessiert dabei insbesondere, welches die am Schriftspracherwerb maßgeblich beteiligten Hirnstrukturen sind, wie sie sich entwickeln, und welche Rolle sie bei der Entstehung einer Legasthenie spielen. Die Magnetresonanztomographie oder kurz MRT bietet ein bestens geeignetes Verfahren, Antworten auf diese Fragen zu erhalten. Mehr erfahren


Alle drei Verfahren werden bereits seit vielen Jahren standardmäßig eingesetzt und haben sich schon in vergangenen Studien bereits bei vielen Kindern erfolgreich bewährt. Alle bei uns verwendeten Methoden sind nicht-invasiv und nach dem Stand der Wissenschaft unschädlich für unsere Versuchsteilnehmer. Die Ethik-Kommission an der medizinischen Fakultät der Universität Leipzig begutachtet routinemäßig alle unsere Studien und bestätigt unabhängig deren Unbedenklichkeit.